IBU unterstützt Übergang zur neuen EPD-Norm mit attraktivem Preismodell

 

Die neue europäische Norm EN 15804+A2 für EPDs von Bauprodukten wird Auswirkungen insbesondere auf die Wirkungsabschätzung von EPDs haben; dadurch lassen sich die Ergebnisse nicht mit denen nach der Vorgängernorm EN 15804+A1 vergleichen. Um in der langen Übergangszeit von 3 Jahren seinen Deklarationsinhabern eine effiziente und effektive Lösung anzubieten, hat das IBU ein attraktives Gebührenmodell entwickelt, das die ausgeprägten Synergien bei der Verifizierung von parallelen EPDs, die einmal nach der alten und nach der neuen Norm gerechnet wurden, vollständig weitergegeben werden. Auf diese Weise können Hersteller von Bauprodukten zu jeder Zeit alle Nachfragen nach EPDs bedienen.

IBU auf der Messe BAU 2017 in München

Die neue Norm EN 15804+A2, deren Veröffentlichung für den Herbst 2019 erwartet wird, bringt einige wesentliche Änderungen für EPDs von Bauprodukten. Vielleicht die sichtbarste dieser Änderungen ist die verpflichtende Berücksichtigung der Module C (Rückbau, Wiederverwendung, Entsorgung) und D (Gutschriften und Belastungen außerhalb der Systemgrenzen), die in der Vorgängernorm EN 15804+A1 noch optional ist. Darüber hinaus werden bei der sogenannten Wirkungsabschätzung, also der Zusammenfassung der vielen unterschiedlichen Emissionen und Ressourcenverbräuche in relativ wenige Kennzahlen, überarbeitete Faktoren und teilweise neue Modelle vorgeschrieben. Letzteres ist der Grund dafür, dass die Ergebnisse einer EPD nach der neuen Norm keinesfalls mit denen nach der alten Norm verglichen werden können.

Da die Übergangszeit zur neuen Norm mit 3 Jahren außergewöhnlich lang ist, stellt dies Baustoffhersteller, die eine neue EPD erstellen oder eine bestehende aktualisieren wollen, vor ein Dilemma: Wenn sie sich für die neue Norm entscheiden, hat ihre EPD in der Anfangszeit nur relativ geringen Nutzen, weil es zu wenige vergleichbare Datensätze gibt, die eine detaillierte Gebäude-Ökobilanzierung entsprechend den Wirkungskategorien der neuen Norm erlauben. Wenn sie hingegen die EPD nach der alten Norm veröffentlichen, laufen sie Gefahr, dass diese relativ schnell obsolet wird. Erschwerend kommt hinzu, dass momentan niemand abschätzen kann, ab wann eine kritische Masse von EPDs nach A2 vorhanden ist – in dem Moment ist die Entscheidung für die neue Norm klar.

Die ideale Lösung aus Sicht der Hersteller und Anwender wäre es, in der Übergangszeit für jedes Produkt parallel zwei EPDs zu veröffentlichen, eine nach der alten und eine nach der neuen Norm. Das IBU bietet deshalb ein attraktives Kostenmodell an: gegen einen geringen Aufpreis ermöglicht es seinen Mitgliedsunternehmen, die Verifizierung sowohl gemäß EN 15804+A1 als auch nach EN 15804+A2 zu erhalten. Damit sind die Deklarationsinhaber gut gerüstet, um in der Übergangszeit allen Anforderungen von Kunden und Planern gerecht zu werden.

2019-09-26T10:48:38+00:00 14.08.2019|