Daten­ba­sis für die zir­ku­lä­re Wert­schöp­fung im Bauwesen

Welt­weit schwin­den­de Res­sour­cen for­dern auch und beson­ders in der Bau- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft einen umfas­sen­den Wan­del. Der Weg zur Deckung des zukünf­ti­gen Bau­stoff­be­darfs führt von einer über­wie­gend linea­ren hin zu einer res­sour­cen­ef­fi­zi­en­ten, zir­ku­lä­ren Wert­schöp­fung. Doch die­se benö­tigt qua­li­fi­zier­te Infor­ma­tio­nen zum Recy­cling­po­ten­zi­al von Bau­stof­fen und Bau­pro­duk­ten – wel­che auch durch Geset­ze, Nor­men und Richt­li­ni­en zuneh­mend ver­pflich­tend gefor­dert werden.

Poten­zia­le für die Entsorgungsbranche

Für Recy­cling- und Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men liegt hier­in eine gro­ße Chan­ce: Die struk­tu­rier­te Bereit­stel­lung von Mate­ri­al­an­for­de­run­gen und Daten zu Auf­be­rei­tungs­pro­zes­sen stellt für sie ein zukunfts­fä­hi­ges Geschäfts­feld dar, das ihr Kern­ge­schäft, die Ent­sor­gung sowie Auf­be­rei­tung von rück­ge­bau­ten Mate­ria­li­en und die Gewin­nung von Sekun­där­roh­stof­fen, wir­kungs­voll unter­stüt­zen kann. Ein stan­dar­di­sier­tes For­mat zur Bereit­stel­lung die­ser Mate­ri­al­da­ten sorgt für Trans­pa­renz und ein­fa­che Anwendbarkeit.

Cir­cu­la­ri­ty Modu­le für Umwelt-Produktdeklarationen

Im Auf­trag des Umwelt­bun­des­am­tes wur­de in einem For­schungs­pro­jekt eine Sys­te­ma­tik ent­wi­ckelt, um die der­zei­ti­ge Daten­lü­cke zu Recy­cling­po­ten­zia­len von Bau­pro­duk­ten zu schlie­ßen: Das Cir­cu­la­ri­ty Modu­le für Umwelt-Pro­dukt­de­kla­ra­tio­nen (CMEPD) ergänzt bereits vor­han­de­ne Bau­stoff-Daten­sät­ze um die Infor­ma­tio­nen, die zur Pla­nung und Umset­zung von zir­ku­lä­ren Ansät­zen benö­tigt wer­den, stellt die ab 2022 nach EN 15804+A2 gefor­der­ten End-of-Life-Daten bereit und unter­stützt damit das kreis­lauf­ge­rech­te Bauen.

CMEPD Kreislauf

Aktu­el­les zu CMEPD:

Online-Kol­lo­qui­um 19. Febru­ar 2021

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EPDs: Lebens­zy­klus­da­ten für nach­hal­ti­ges Pla­nen und Bauen

Die Lebens­zy­klus­ana­ly­se eines Bau­pro­duk­tes oder Bau­wer­kes betrach­tet alle Stoff- und Ener­gie­strö­me über des­sen gesam­ten Lebens­weg sowie die dar­aus resul­tie­ren­den Umwelt­wir­kun­gen und erlaubt des­sen öko­lo­gi­sche Bewer­tung. Die ent­spre­chen­den Daten wer­den von den Her­stel­lern der Pro­duk­te in Form von Umwelt-Pro­dukt­de­kla­ra­tio­nen (eng­lisch: Envi­ron­men­tal Pro­duct Decla­ra­ti­ons – kurz: EPDs) zur Ver­fü­gung gestellt. Aller­dings haben Pro­duk­t­her­stel­ler in der Regel kei­ne Gewiss­heit dar­über, was mit ihren Pro­duk­ten nach deren Nut­zung geschieht. Anga­ben zum End-of-Life bestehen des­halb meist aus Durch­schnitts­da­ten gän­gi­ger Ent­sor­gungs­ver­fah­ren (wie Depo­nie­rung und Ver­bren­nung) oder wer­den gänz­lich weg­ge­las­sen. Damit feh­len für vie­le Bau­pro­duk­te ver­läss­li­che Anga­ben zu ihrer Wie­der­ver­wend­bar­keit bzw. ihrem Recyclingpotenzial.

Das Cir­cu­la­ri­ty Modu­le für EPDs schließt die Datenlücke

CMEPD wer­den in Zusam­men­ar­beit mit Öko­bi­lan­zie­rern erstellt und basie­ren auf Daten von Recy­cling- und Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men. Sie­ent­hal­ten kon­kre­te Anga­ben zum Recy­cling bestimm­ter Pro­dukt­grup­pen und Mate­ri­al­ty­pen und lie­fern den Pro­duk­t­her­stel­lern damit die für die EPD-Erstel­lung benö­tig­ten Öko­bi­lanz­er­geb­nis­se für die ver­schie­de­nen End-of-Life-Pro­zes­se. Damit ein EPD-Erstel­ler das pas­sen­de Sze­na­rio für sein Pro­dukt wäh­len kann, wer­den außer­dem Annah­me­be­din­gun­gen für Rest­stof­fe sowie Infor­ma­tio­nen zur ord­nungs­ge­mä­ßen Instal­la­ti­on beschrie­ben. So eli­mi­nie­ren CMEPD die Unsi­cher­heit, wie ein Bau­pro­dukt nach des­sen Aus­bau ver­wer­tet oder ent­sorgt wird, und ermög­li­chen die recy­cling­ge­rech­te Pla­nung und Rea­li­sie­rung von Gebäu­den sowie deren voll­stän­di­ge öko­lo­gi­sche Bewer­tung. CMEPD lie­fern dar­über hin­aus die Öko­bi­lanz­da­ten für Sekundärrohstoffe.

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Rah­men­be­din­gun­gen zur Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz im Bauwesen

Aktu­el­le Nach­hal­tig­keits­zie­le und ‑stra­te­gien von EU und Bun­des­re­gie­rung set­zen ver­stärkt auf die Stei­ge­rung der Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz im Bau­we­sen und damit die Stär­kung der Kreislaufwirtschaft:

1. Euro­pean Green Deal und New Cir­cu­lar Eco­no­my Action Plan, wel­che das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät bis 2050 wesent­lich auch durch eine Aus­wei­tung der Kreis­lauf­wirt­schaft errei­chen wol­len und einen Schwer­punkt im Bau­ge­wer­be sehen.

2. Bau­pro­duk­ten­ver­ord­nung (Basis­an­for­de­rung 7: Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz), die als EU-Ver­ord­nung har­mo­ni­sier­te Bedin­gun­gen für die Ver­mark­tung von Bau­pro­duk­ten fest­legt und dabei auch Anfor­de­run­gen an die Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz begründet.

3. Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­setz, das als deut­sches Gesetz die För­de­rung der Kreis­lauf­wirt­schaft zur Scho­nung der natür­li­chen Res­sour­cen und die Siche­rung der umwelt­ver­träg­li­chen Bewirt­schaf­tung von Abfäl­len zum Ziel hat.

4. EN 15804+A2, die als euro­päi­sche Norm für Umwelt-Pro­dukt­de­kla­ra­tio­nen ab 2022 die Abbil­dung des voll­stän­di­gen Lebens­zy­klus von Bau­pro­duk­ten sowie das Aus­wei­sen eines Recy­cling­po­ten­ti­als verlangt.

Vor­tei­le von CMEPD für die Entsorgungsbranche

Auf Basis bestehen­der Nor­men und aktu­el­ler Nach­hal­tig­keits­stra­te­gien und ‑for­de­run­gen kön­nen alle rele­van­ten Daten zum Lebens­en­de eines Pro­duk­tes in einem CMEPD fest­ge­hal­ten werden.

  • CMEPD bedie­nen die Daten­nach­fra­ge in einem stan­dar­di­sier­ten For­mat, das sich naht­los in die bewähr­te EPD-Metho­dik einfügt.

  • Inter­ne Pro­zes­se der Recy­cling- und Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men kön­nen durch das CMEPD im Detail ana­ly­siert und so wei­ter opti­miert werden.

  • Durch den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Her­stel­lern und Recy­cling- bzw. Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men kön­nen Stoff­strö­me posi­tiv beein­flusst und Recy­cling­ra­ten ver­bes­sert werden.

  • Die Ver­öf­fent­li­chung von Öko­bi­lanz­da­ten in CMEPD demons­triert Trans­pa­renz und Engagement.

  • Das CMEPD erlaubt es, umwelt­re­le­van­te Allein­stel­lungs­merk­ma­le objek­tiv zu kommunizieren.

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