FAQ – Häu­fig gestell­te Fragen

FAQ – Häu­fig gestell­te Fragen2018-01-24T16:01:07+01:00
Was ist IBU.data?2017–05-17T19:06:50+02:00

IBU.data ist eine Daten­bank, bereit­ge­stellt vom Insti­tut Bau­en und Umwelt e.V., mit der die öko­bi­lanz­ba­sier­ten Daten aus den Umwelt-Pro­­­duk­t­­de­­kla­ra­­ti­o­­nen (EPDs) von Bau­stoff­her­stel­lern digi­ta­li­siert im XML-For­­mat der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht wer­den. Dies ermög­licht die Anwen­dung zur Berech­nung von Gebäude-Ökobilanzen.

War­um hat das IBU nun eine eige­ne Daten­bank?2017–05-17T19:07:46+02:00

Mit IBU.data bie­tet das IBU erheb­li­che Mehr­wer­te für die Anwen­der von EPDs: Mit der eige­nen Daten­bank gehen zum Einen kur­ze Ver­öf­fent­li­chungs­zy­klen für neue EPDs ein­her, zum ande­ren kön­nen durch den Eigen­be­trieb erst­mals alle EPDs des IBU digi­tal zur Ver­fü­gung gestellt wer­den und die Abhän­gig­keit von den Vor­ga­ben und Anfor­de­run­gen exter­nen Daten­bank­be­trei­ber sinkt.
IBU.data ist damit Vor­rei­ter eines all­ge­mei­nen Trends in Euro­pa, dass Pro­gramm­be­trei­ber von EPDs ihre Daten jeweils in Eigen­re­gie digi­tal der Öffent­lich­keit bereit­stel­len wol­len. Grund­la­ge hier­für ist das Kon­zept der INDa­ta Arbeits­grup­pe, einem euro­päi­schen EPD-Net­z­­werk mit der Idee, ein Netz­werk von digi­ta­len EPD-Daten im XML-For­­mat auf Grund­la­ge des ILCD (Inter­na­tio­nal Life Cycle Data­set) durch die Pro­gramm­hal­ter aufzubauen.

Wel­che EPD-Daten fin­de ich in IBU.data und wie aktu­ell ist der Daten­stand?2017–05-17T19:12:04+02:00

IBU.data ver­öf­fent­licht alle EPD-Daten­­sä­t­­ze, die beim IBU über das EPD-Online Tool erstellt und ver­öf­fent­licht wor­den sind. Durch die direk­te Anbin­dung an EPD-Online ent­hält IBU.data immer den aktu­ells­ten Datenstand.

Was kos­tet die Nut­zung der Daten?2020–02-06T18:16:32+01:00

Die Nut­zung der in IBU.data ange­bo­te­nen Daten ist für End­an­wen­der zum Zweck der Infor­ma­ti­on und Ver­wen­dung zur Gebäu­de­öko­bi­lan­zie­rung kos­ten­frei. Die genau­en Lizenz­be­din­gun­gen fin­den Sie hier. Für alle ande­ren Nut­zun­gen ist eine geson­der­te Lizenz­ver­ein­ba­rung notwendig.
Bit­te schrei­ben Sie hier­zu eine E‑Mail an: info@ibu-epd.com

Wie kann ich aus mei­nem Soft­ware­werk­zeug auf die Daten zugrei­fen?2020–02-06T18:17:40+01:00

Der­zeit gibt es noch kei­nen Zugriff für die all­ge­mei­ne Öffent­lich­keit. Wenn Sie Inter­es­se haben, aus einem Gebäu­­de-Öko­­­bi­lan­­zie­­rungs­­­tool über die Online-Schnit­t­stel­­le auf IBU.data zuzu­grei­fen, schrei­ben Sie bit­te hier­zu eine E‑Mail an: info@ibu-epd.com

Was ist eine EPD?2019–07-19T14:04:15+02:00

Eine EPD (Envi­ron­men­tal Pro­duct Decla­ra­ti­on oder Umwelt-Pro­­­duk­t­­de­­kla­ra­­ti­on) ist ein mehr­sei­ti­ges Doku­ment, das die Umwelt­wir­kun­gen von Bau­pro­duk­ten auf Grund­la­ge einer Öko­bi­lanz mit quan­ti­ta­ti­ven Daten beschreibt. Sie wird vom Her­stel­ler erstellt und beim IBU durch unab­hän­gi­ge Veri­fi­zie­rer geprüft auf Grund­la­ge der Nor­men ISO 14025 und EN 15804 und anschlie­ßend veröffentlicht.

Eine EPD dient dazu, Trans­pa­renz über die Umwelt­ein­flüs­se von Pro­duk­ten an die Öffent­lich­keit zu lie­fern. Sie ist Grund­la­ge für die öko­lo­gi­sche Bewer­tung von Gebäu­den in Gebäu­de­zer­ti­fi­zie­rungs­sys­te­men wie z.B. dem DGNB- oder BNB-Sys­­tem, Leed, BREEAM, HQE. Außer­dem ver­deut­li­chen EPDs dem Her­stel­ler Opti­mie­rungs­po­ten­tia­le im Lebens­weg sei­ner Pro­duk­te und er kann so Pro­zes­se res­sour­cen­spa­ren­der, umwelt­scho­nen­der und wirt­schaft­li­cher gestalten.

Mehr Details zum The­ma EPD fin­den Sie hier!

Was ist eine PCR?2017–01-26T15:40:10+01:00

Nach DIN EN ISO 14025 sind Pro­­­duk­t­­ka­­te­­go­­rie-Regeln (en: Pro­duct Cate­go­ry Rules) die Zusam­men­stel­lung spezifi­scher Regeln, Anfor­de­run­gen oder Leit­li­ni­en, um Umwelt-Pro­­­duk­t­­de­­kla­ra­­ti­on für eine oder meh­re­re Pro­dukt­ka­te­go­rien zu erstel­len. Im EPD-Pro­­­gramm des IBU wer­den die PCR in zwei Tei­le, A und B, auf­ge­teilt. Der PCR Teil A ent­hält die für alle Bau­pro­duk­te ein­heit­lich gel­ten­den Rechen­re­geln für die Öko­bi­lanz sowie die Anfor­de­run­gen an den Hin­ter­grund­be­richt. PCR Teil B regelt die für die jewei­li­ge Pro­dukt­grup­pe spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen an die Inhal­te der EPD.

Was bedeu­tet die Norm EN 15804?2017–01-31T09:30:24+01:00

Die DIN EN 15804 (häu­fig kurz: EN 15804) „Nach­hal­tig­keit von Bau­wer­ken – Umwelt­pro­dukt­de­kla­ra­tio­nen– Grund­re­geln für die Pro­dukt­ka­te­go­rie Bau­pro­duk­te“ stellt sicher, dass alle EPDs für Bau­pro­duk­te, Bau­leis­tun­gen und Bau­pro­zes­se in ein­heit­li­cher Wei­se abge­lei­tet, veri­fi­ziert und dar­ge­stellt wer­den. Sie legt die grund­le­gen­den Pro­­­duk­t­­ka­­te­­go­­rie-Regeln (en: core Pro­duct Cate­go­ry Rules – kurz: core PCR) fest. Nach EN 15804 sol­len EPDs im Bau­sek­tor die Basis für die Beschrei­bung und Beur­tei­lung von Bau­wer­ken schaf­fen. Sie kon­kre­ti­siert damit die ISO 14025 für Bauprodukte.

Was beinhal­tet die ISO 14025?2017–01-31T09:33:26+01:00

DIN EN ISO 14025 (häu­fig kurz: ISO 14025) „Umwelt­kenn­zeich­nun­gen und ‑dekla­ra­tio­nen– Typ III Umwelt­de­kla­ra­tio­nen – Grund­sät­ze und Ver­fah­ren“ ist die Basis für Umwelt­kenn­zeich­nun­gen nach Typ III. Die ISO 14025 regelt unter ande­rem, wie Typ III-Umwelt­­­de­­kla­ra­­ti­o­­nen und Typ III-Umwelt­­­de­­kla­ra­­ti­on­s­­pro­­gram­­­me erstellt wer­den und legt für deren Erstel­lung ins­be­son­de­re die Anwen­dung der DIN EN ISO 14040-Nor­­men­­rei­he fest. So sol­len Ver­glei­che zwi­schen Pro­duk­ten glei­cher Funk­ti­on ermög­licht wer­den – auf Grund­la­ge quan­ti­fi­zier­ter Umwelt­in­for­ma­tio­nen aus dem Lebens­weg eines Produktes.

Wo erhal­te ich das IBU- und EPD-Logo und wie darf ich sie ver­wen­den?2017–01-31T09:41:13+01:00

Die Logos ste­hen den IBU-Mit­­­glie­­dern zum Down­load zur Ver­fü­gung. Für die Ver­wen­dung ist die Zei­chen­sat­zung am Ende der Sat­zung zu beachten.

Sind EPDs des IBU in ande­ren Län­dern aner­kannt?2021–03-02T17:18:01+01:00

Das IBU strebt die gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung von EPDs nach DIN EN 15804 mit ande­ren EPD-Pro­­­gram­m­hal­­tern an. Besteht eine Über­ein­kunft zur gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung (en: Mutu­al reco­gni­ti­on) zwi­schen zwei Pro­gramm­hal­tern, kön­nen Dekla­ra­ti­ons­in­ha­ber ihre EPDs auch im jeweils ande­ren EPD-Pro­­­gramm ver­öf­fent­li­chen las­sen, ohne die EPD erneut prü­fen las­sen zu müs­sen oder gar eine neue EPD zu erstel­len. Hier fin­den Sie die aktu­el­len gegen­sei­ti­gen Anerkennungen.

Wie gelan­gen mei­ne EPD-Daten in die Bau­stoff­da­ten­bank ÖKOBAUDAT?2017–01-31T10:04:47+01:00

Um aus einer EPD einen Daten­satz für die Bau­stoff­da­ten­bank ÖKOBAUDAT des BMUB zu erstel­len, kön­nen Sie sich die Anlei­tung in die­sem Video anschau­en. Vor­aus­set­zun­gen dafür sind, dass die EPD im EPD-Online Tool erstellt wur­de und bereits ver­öf­fent­licht ist. Bit­te beach­ten Sie zudem, dass die Daten­sät­ze erst einer Ein­gangs­prü­fung im Minis­te­ri­um unter­lau­fen, bevor sie dort ver­öf­fent­licht wer­den. Updates der ÖKOBAUDAT erfol­gen in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, sodass neue EPDs nicht sofort, son­dern erst mit dem nächs­ten Update sicht­bar wer­den. Die Über­tra­gung der Daten­sät­ze zur ÖKOBAUDAT ist kostenfrei.

Eine auto­ma­ti­sche Über­tra­gung der EPDs in die ÖKOBAUDAT durch das IBU ist nicht mög­lich, da der jewei­li­ge Dekla­ra­ti­ons­in­ha­ber Eigen­tü­mer der EPD ist und einer Ver­öf­fent­li­chung in der ÖKOBAUDAT aktiv zustim­men muss.

Kann ich eine EPD auch off­line erstel­len?2017–01-31T10:12:45+01:00

Ja das ist mög­lich. Dazu muss der IBU Edi­tor Cli­ent (auch genannt Off­­li­ne-Tool) her­un­ter­ge­la­den wer­den. Mit die­sem kön­nen Sie dann Ihre im EPD-Online Tool ange­leg­te (die­ser Schritt ist zwin­gend not­wen­dig) EPD mit­hil­fe weni­ger Klicks bear­bei­ten. Dies hat den Vor­teil, dass Lade­zei­ten ver­kürzt wer­den oder ganz ent­fal­len. Zudem ist das Lay­ou­ten der EPD wesent­lich ein­fa­cher gestal­tet, da ein­ge­ge­be­ne Ände­run­gen direkt in der EPD-Vor­­­schau sicht­bar wer­den („What you see is what you get“-Prinzip).

Wird der kom­plet­te EPD-Erstel­­lungs­­­pro­­zess digi­tal abge­bil­det?2017–01-31T10:16:05+01:00

Ja, theo­re­tisch ist es mög­lich, den kom­plet­ten EPD-Pro­­­zess bis hin zur ver­öf­fent­lich­ten EPD online abzubilden.

Wer kann mit dem Tool arbei­ten?2017–01-31T10:21:01+01:00

Die Arbeit im EPD-Online Tool ist nach einer zwei­stu­fi­gen Regis­trie­rung mög­lich (1. Stu­fe: um öffent­li­che EPDs ein­zu­se­hen, 2. Stu­fe: zum Erstel­len von EPDs über Klick auf „eige­ne EPDs erstel­len“). Die zwei­te Stu­fe wird von der IBU-Geschäfts­­stel­­le frei­ge­schal­tet. In einem EPD Doku­ment kön­nen auf­grund der Mul­ti­user Funk­ti­on des Tools belie­big vie­le Per­so­nen in einer EPD arbei­ten. Durch ver­schie­de­ne Siche­rungs­me­cha­nis­men ist sicher­ge­stellt, dass in der glei­chen Stel­le der EPD nur eine Per­son arbei­ten kann. (Betrifft auch das Offline-Tool).

Wel­che Funk­tio­na­li­tä­ten bie­tet das EPD-Online Tool?2017–01-31T10:26:52+01:00
  • Mul­­ti-User-Fun­k­­ti­o­­na­­li­­tät mit unter­schied­li­chen Berechtigungsstufen
  • EPD-Bear­­bei­­tung off­line mög­lich mit dem EPD Edi­tor Client
  • Kom­plett digi­ta­le Abwick­lung der EPD-Erstel­­lung, Veri­fi­zie­rung und Veröffentlichung
  • Kos­ten­freie Schnitt­stel­le zur ÖKOBAUDAT
Was ist das EPD-Online Tool?2017–01-31T10:31:22+01:00

Das EPD-Online Tool ist eine Art von Daten­bank­sys­tem, wel­ches die Erstel­lung von EPDs online ermög­licht. Es hat die Vor­tei­le, dass jede EPD das glei­che Lay­out hat und immer die aktu­ells­te Ver­si­on einer EPD (wäh­rend des Erstel­lungs­pro­zes­ses) vor­hält. Zudem wer­den alle EPDs des IBU hier veröffentlicht.

Was steht in einer EPD?2018–03-15T11:42:43+01:00

Beschrei­bung des Produkt-Lebenszyklus

  1. Kapi­tel: All­ge­mei­ne Angaben

ent­hält u. a. grund­sätz­li­che Infor­ma­tio­nen über den Her­stel­ler, das dekla­rier­te Pro­dukt, den Gül­tig­keits­be­reich der EPD und das Datum bis zu dem die EPD gül­tig ist.

  1. Kapi­tel: Produkt

ent­hält u. a. eine aus­führ­li­che Pro­dukt­be­schrei­bung, spe­zi­fi­ziert den Ein­satz­zweck des dekla­rier­ten Pro­dukts, gibt die wich­tigs­ten (bau)technischen Daten des Pro­dukts wie­der, geht auf die Inver­­­kehr­­brin­­gungs- und Anwen­dungs­re­geln ein, spe­zi­fi­ziert die Grund- und Hilfs­stof­fe aus denen das Pro­dukt zusam­men­ge­setzt ist, beschreibt den Her­stel­lungs­pro­zess sowie das Ver­hal­ten des Pro­dukts unter außer­ge­wöhn­li­chen Ein­wir­kun­gen. Des Wei­te­ren sind Infor­ma­tio­nen zum Ein­bau, Nut­zung und Ent­sor­gung des Pro­duk­tes enthalten.

  1. Kapi­tel: Öko­bi­lanz Rechenregeln

beschreibt u. a. die dekla­rier­te Ein­heit, die Sys­tem­gren­zen, Abschnei­de­re­geln, Hin­ter­grund­da­ten, Daten­qua­li­tät und die ange­wen­de­ten Allo­ka­ti­ons­ver­fah­ren bei der Ökobilanzierung.

  1. Kapi­tel: Öko­bi­lanz Sze­na­ri­en und wei­te­re tech­ni­sche Informationen

doku­men­tiert die zur Öko­bi­lan­zie­rung auf Gebäu­de­ebe­ne not­wen­di­gen Sze­na­rio­in­for­ma­tio­nen, z.B. Refe­renz Nut­zungs­dau­er, oder Auf­wand zur Rei­ni­gung wäh­rend der Nutzung.

Anga­ben zur Ökobilanz

  1. Kapi­tel: Ökobilanzergebnisse

ent­hält die Öko­bi­lanz­er­geb­nis­se nach EN 15804 und ISO 14040ff.

Wei­te­re Angaben

  1. Kapi­tel: Öko­bi­lanz Interpretation

ent­hält eine Domi­nanz­ana­ly­se sowie eine Beschrei­bung der Span­ne bzw. Vari­anz der Ergeb­nis­se um ein umfas­sen­des Ver­ständ­nis der Öko­bi­lanz­wer­te zu ermöglichen.

  1. Kapi­tel: Nach­wei­se und Prüfergebnisse

ent­hält wei­te­re Umwelt- oder Gesund­heits­re­le­van­te Aus­sa­gen z.B. zum Emis­si­ons­ver­hal­ten des Pro­dukts (Stich­wort VOC-Emissionen).

  1. Kapi­tel: Literaturhinweise

ist ein Ver­zeich­nis aller ver­wen­de­ten Nor­men und Grund­la­gen­do­ku­men­te auf der die Dekla­ra­ti­on beruht.

Zusatz zur Kern EPD:

Beim Insti­tut Bau­en und Umwelt e.V. wer­den grund­sätz­lich zwei EPD Typen ange­bo­ten, die IBU-EPD und die sog. Kern-EPD nach EN 15804. Die­se bei­den Typen unter­schei­den sich im Wesent­li­chen hin­sicht­lich des Umfan­ges an Informationen.

Für mein Pro­dukt gibt es kei­ne pas­sen­de PCR, was ist zu tun?2017–01-31T10:39:31+01:00

Falls es für Ihr Pro­dukt kei­nen pas­sen­den PCR-Teil B beim IBU gibt, wen­den Sie sich bit­te an die Geschäfts­stel­le. Wir wer­den mit Ihnen gemein­sam den Erstel­lungs­pro­zess ange­hen. Kos­ten ent­ste­hen dabei nicht für Ihr Unternehmen.

Was ist der Unter­schied zwi­schen Kern-EPD und IBU-EPD?2017–01-31T10:41:49+01:00

Beim Insti­tut Bau­en und Umwelt e.V. wer­den grund­sätz­lich zwei EPD Typen ange­bo­ten, die soge­nann­te Kern-EPD nach EN 15804 und die IBU-EPD. Die­se bei­den Typen unter­schei­den sich im Wesent­li­chen hin­sicht­lich des Umfan­ges an Infor­ma­tio­nen. Die Kern-EPD ent­hält nur die nor­ma­tiv zwin­gend gefor­der­ten Inhal­te. Kon­kret heißt das, dass in einer Kern-EPD u.a. kei­ne Anga­ben zur Her­stel­lung, zur Pro­dukt­ver­ar­bei­tung, zum Nut­zungs­zu­stand, zur Ent­sor­gung und zum Ver­hal­ten des Pro­dukts bei außer­ge­wöhn­li­chen Ein­wir­kun­gen ent­hal­ten sind. Eben­so sind die Kapi­tel 6 (Öko­bi­lanz Inter­pre­ta­ti­on) und Kapi­tel 7 (Nach­wei­se) nicht ent­hal­ten. Die­se feh­len­den Kapi­tel min­dern die Aus­sa­ge­kraft im Ver­gleich zu einer voll­stän­di­gen IBU-EPD erheb­lich, wes­halb das IBU in der Regel die Erstel­lung einer IBU-EPD emp­fiehlt, um kom­pri­miert mög­lichst umfas­sen­de Infor­ma­tio­nen zu liefern.

Was sagt mir die Dekla­ra­ti­ons­num­mer?2017–01-31T10:47:27+01:00

Die Num­me­rie­rung ist wie folgt aufgebaut:

  • EPD_KKK_JJJJLLLL-DSRV-SP
  • K = Fir­men­kür­zel (nur Großbuchstaben)
  • J = Jahreszahl
  • L = Lau­fen­de Num­mer begin­nend bei 0001; wird vom Sys­tem vor­ge­ge­ben und beginnt in jedem neu­en Jahr wie­der bei 0001
  • D = Dekla­ra­ti­ons­typ: C = Core/Kern EPD; I= IBU EPD
  • S = Sys­tem­gren­zen: A = Crad­le to Gate; B = Crad­le to Gate mit Optio­nen; C = Crad­le to Grave
  • R = Repräsentativität:
  • A = Dekla­ra­ti­on eines spe­zi­fi­schen Pro­duk­tes aus einem Werk eines Her­stel­lers; bis H = Dekla­ra­ti­on eines durch­schnitt­li­chen Pro­duk­tes gemit­telt aus meh­re­ren Wer­ken meh­re­rer Her­stel­ler, nicht reprä­sen­ta­tiv für den Verband;
  • V =Ver­si­on; Lau­fen­de begin­nend bei 1; Ände­run­gen an der EPD kön­nen mit­tels der Ver­si­ons­num­mer nach­voll­zo­gen werden.
  • SP = Sprachenkürzel
Was bedeu­tet die unab­hän­gi­ge Veri­fi­zie­rung durch Drit­te und wie funk­tio­niert sie?2017–01-31T10:54:49+01:00

Die unab­hän­gi­ge Veri­fi­zie­rung ist für EPDs durch die ISO 14025 und die EN 15804 vor­ge­schrie­ben und bedeu­tet, dass die EPD vor der Ver­öf­fent­li­chung von einem unab­hän­gi­gen Exper­ten (Veri­fi­zie­rer) geprüft und frei­ge­ge­ben wird. Die Prü­fung bezieht sich auf die Kriterien:

  • Plau­si­bi­li­tät
  • Voll­stän­dig­keit
  • Kon­sis­tenz

Der Her­stel­ler reicht sei­ne zu veri­fi­zie­ren­de EPD über das EPD-Online Tool beim IBU ein. Das IBU wählt dar­auf­hin einen Veri­fi­zie­rer aus dem Veri­fi­zie­rer­ko­mi­tee aus und weist die EPD zu, sodass ihm/ihr die benö­tig­ten Doku­men­te (EPD, Hin­ter­grund­be­richt, evtl. wei­te­re Nach­weis­do­ku­men­te) zur Ver­fü­gung ste­hen. Bei Fra­gen oder Unstim­mig­kei­ten setzt sich der Veri­fi­zie­rer mit dem Her­stel­ler in Ver­bin­dung, damit die EPD über­ar­bei­tet wird. Sind alle Anga­ben kor­rekt, gibt der Veri­fi­zie­rer die EPD frei, sodass das IBU die­se ver­öf­fent­li­chen kann. Das IBU legt gro­ßen Wert auf die Unab­hän­gig­keit der Prü­fer, daher wählt nicht der Her­stel­ler den Veri­fi­zie­rer aus, son­dern das IBU. Aus die­sem Grund wer­den auch die Veri­fi­zie­rungs­kos­ten nicht zwi­schen Her­stel­ler und Veri­fi­zie­rer gezahlt, son­dern wird dem Her­stel­ler über eine Pau­scha­le vom IBU berech­net und die Veri­fi­zie­rung wird vom IBU gezahlt.

Wer wählt die Verifizierer/innen zur Über­prü­fung der EPD aus und wer zahlt die Veri­fi­zie­rung?2017–01-31T11:10:27+01:00

Die Zuwei­sung der Veri­fi­zie­rer zu den ein­zel­nen EPD-Pro­­­je­k­­ten erfolgt durch die Mit­ar­bei­ter der IBU-Geschäfts­­stel­­le nach Erfah­­rungs- und Tätig­keits­ge­biet der ein­zel­nen Veri­fi­zie­rer und deren zeit­li­cher Ver­füg­bar­keit. Die Kos­ten der Veri­fi­zie­rung wer­den dem Dekla­ra­ti­ons­in­ha­ber pau­schal mit 2.000€ pro EPD vom IBU in Rech­nung gestellt. Die die­se Sum­me über­stei­gen­de Zusatz­kos­ten trägt das IBU. Die­ses Ver­fah­ren der her­stel­ler­neu­tra­len Zuwei­sung und Bezah­lung von Prü­fern sicher die Unab­hän­gig­keit und Qua­li­tät des IBUs als wesent­li­che Ele­men­te unse­res Anspru­ches an Glaubwürdigkeit.

Wo fin­de ich ver­öf­fent­lich­te EPDs?2017–01-31T11:16:22+01:00

Alle aktu­ell gül­ti­gen EPDs vom IBU fin­den Sie auf der IBU-Web­­si­te und im EPD-Online Tool, nach­dem Sie sich dort kos­ten­frei regis­triert haben.

Wofür wer­den EPD-Daten genutzt?2017–01-31T11:19:43+01:00

EPDs sind Daten­grund­la­ge für die öko­lo­gi­schen Säu­len bei der Nach­hal­tig­keits­be­trach­tung in Gebäu­de­zer­ti­fi­zie­rungs­sys­te­men: Im Sys­tem der DGNB und im BNB fin­den die EPDs für die ein­zel­nen Bau­pro­duk­te Anwen­dung, um die Gebäu­­de-Öko­­­bi­lanz zu berech­nen. Bei LEED kön­nen Credit­punk­te durch das Vor­han­den­sein von EPDs gesam­melt wer­den, ähn­lich ver­hält es sich bei BREEAM.

Dar­über hin­aus haben Her­stel­ler durch die Daten­samm­lung und –aus­wer­tung im Erstel­lungs­pro­zess der EPD die Mög­lich­keit, Ein­blick in ihre eige­nen Pro­zes­se zu gewin­nen. Das Bau­pro­dukt kann durch die Lebens­zy­klus­ana­ly­se auf öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Hot­spots hin über­prüft sowie anschlie­ßend opti­miert wer­den. Dies spart nicht nur Res­sour­cen ein und ver­rin­gert die Umwelt­wir­kun­gen des Pro­duk­tes, son­dern bringt durch Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen im Pro­zess auch finan­zi­el­le Ein­spa­run­gen mit sich.

Die EPD ist damit nicht nur ein Infor­ma­ti­ons­do­ku­ment für Pla­ner, Archi­tek­ten und Audi­to­ren son­dern auch für den Her­stel­ler selbst ein wert­vol­les Instru­ment, um die eige­nen Pro­duk­te und Pro­zes­se zu optimieren.

In wel­chen Län­dern kann ich mei­ne EPDs vom IBU über gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nun­gen ver­öf­fent­li­chen?2020–02-06T18:26:04+01:00

Der­zeit hat das IBU gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nun­gen mit fol­gen­den Län­dern vereinbart.

  • USA
  • Schwe­den
  • Nor­we­gen
  • Däne­mark
  • Spa­ni­en
  • Ita­li­en
  • Groß­bri­tan­ni­en

 

Was muss ich tun, um die gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nun­gen zu nut­zen?2017–01-31T11:33:25+01:00

Sofern Sie eine Plat­zie­rung von EPDs auf aus­län­di­schen Märk­ten wün­schen, auf dem das IBU eine gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung mit einem EPD-Pro­­­gramm hat, steht Ihnen die IBU-Geschäfts­­stel­­le für die Umset­zung zur Ver­fü­gung. Das IBU emp­fiehlt, mög­lichst schon wäh­rend der Erstel­lung der Öko­bi­lanz dar­über zu ent­schei­den, ob eine gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung des IBU genutzt wer­den soll, um ggf. not­wen­di­ge zusätz­li­che Berech­nun­gen direkt mit anzu­stel­len und so Kos­ten und Zeit zu sparen.

Was ist die ECO Plat­form?2017–01-31T11:42:40+01:00

Die ECO Plat­form ist die Dach­or­ga­ni­sa­ti­on der ver­schie­de­nen natio­na­len EPD-Pro­­­gram­m­hal­­ter in Euro­pa und setzt sich für die Schaf­fung eines euro­päi­schen Kern-EPD-Sys­­tems auf Basis der euro­päi­schen Norm EN 15804 ein. Die invol­vier­ten Pro­gramm­hal­ter Euro­pas einig­ten sich auf bestimm­te Min­dest­stan­dards in Bezug auf das Qua­li­täts­ma­nage­ment und das Veri­fi­zie­rungs­ver­fah­ren, zu deren Ein­hal­tung sie sich ver­pflich­ten. EPDs, die das ECO Pla­t­­form-EPD-Ken­n­­zei­chen tra­gen und auf der ECO Plat­form gelis­tet sind, ste­hen also für eine zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt best­mög­li­che Ver­gleich­bar­keit im Sin­ne einer abge­stimm­ten euro­päi­schen Lösung.

Die Initia­ti­ve der ECO Plat­form, die Grund­la­gen für eine län­der­über­grei­fen­de Aner­ken­nung zu schaf­fen, fin­det in der Indus­trie einen gro­ßen Zuspruch.. Zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der ECO Plat­form zählt neben dem IBU als Pro­gramm­hal­ter in Deutsch­land auch der Euro­päi­sche Bau­stoff­ver­band Con­struc­tion Pro­ducts Europe.

Alle „ECO-EPDs“ der ver­schie­de­nen Pro­gram­me wer­den künf­tig zen­tral auf der Web­site der ECO Plat­form (www.eco-platform.org) gelis­tet. Her­stel­ler, die EPDs beim IBU ver­öf­fent­li­chen, kön­nen die­se zusätz­lich frei­wil­lig mit dem ECO Pla­t­­form-EPD-Ken­n­­zei­chen aus­stel­len lassen.

Wie kann ich die ECO Plat­form nut­zen?2020–11-04T14:02:23+01:00

Um das Zei­chen der ECO Plat­form auf Ihren EPDs zu füh­ren und auf der Web­site der ECO Plat­form gelis­tet zu wer­den, wen­den Sie sich bit­te an die IBU-Geschäfts­­stel­­le (Ansprech­part­ner Nora Pan­kow). Es fällt eine jähr­li­che Gebühr von 100 € an, die von der ECO Plat­form über das IBU in Rech­nung gestellt wird. Bei meh­re­ren EPDs greift eine Rabatt­staf­fe­lung für die­se Gebühr.

Wel­che Arten von Mit­glied­schaft gibt es?2017–01-31T11:56:25+01:00

Fir­men haben die Mög­lich­keit, ordent­li­ches Mit­glied im IBU zu wer­den oder über einen bereits als ordent­li­ches Mit­glied bei­getre­te­nen Ver­band, in wel­chem sie Mit­glied sind, EPDs beim IBU zu stel­len, sofern die betref­fen­de Pro­dukt­grup­pe unter die Ver­bands­ak­ti­vi­tät fällt.

Ver­bän­de kön­nen als ordent­li­ches Mit­glied im IBU Ihre Berech­ti­gung zur EPD-Erstel­­lung an ihre Mit­glieds­un­ter­neh­men wei­ter­ge­ben. Als asso­zi­ier­tes Ver­bands­mit­glied besteht die­se Mög­lich­keit nicht. In die­sem Fall ent­schei­det sich der Ver­band, aus­schließ­lich Ver­­­bands-EPDs zu erstel­len, sodass sei­ne Mit­glie­der kei­ne indi­vi­dua­li­sier­ten EPDs oder eige­ne EPDs über den Ver­band erstel­len kön­nen. Sofern dies gewünscht ist, muss das Unter­neh­men selbst ordent­li­ches IBU-Mit­­­glied werden.

Außer­dem besteht die Mög­lich­keit, För­der­mit­glied beim IBU zu werden.

Detail­lier­te Infor­ma­tio­nen fin­den Sie in der Sat­zung und Bei­trags­ord­nung.

Wie kann ich Mit­glied beim IBU wer­den und was muss ich dazu beach­ten?2017–01-31T12:02:56+01:00

Für eine Mit­glied­schaft im IBU ist ein schrift­li­cher Antrag per voll­stän­dig aus­ge­füll­tem Antrags­for­mu­lar (ordent­li­che/asso­zi­ier­te Mit­glied­schaft) an die Geschäfts­stel­le zu stel­len. Über die Auf­nah­me ent­schei­det der Vor­stand. Die Regu­la­ri­en für die Mit­glied­schaft sind in der Sat­zung und Bei­trags­ord­nung geregelt.

Wel­che Regel­do­ku­men­te gilt es zu beach­ten, um eine EPD beim IBU zu ver­öf­fent­li­chen?2017–01-31T12:05:21+01:00
Wo fin­de ich die Pro­­­dukt-Kate­­go­­rie­­re­­geln bzw. PCR Teil A und B?2017–01-31T12:15:06+01:00

Das grund­le­gen­de PCR-Doku­­ment für alle Pro­dukt­grup­pen PCR Teil A kön­nen Sie ein­se­hen, sofern Sie im EPD-Online Tool regis­triert und als Bear­bei­ter frei­ge­schal­tet sind. Wenn Sie dort in einem EPD-Pro­­­jekt arbei­ten oder eine neue EPD anle­gen, sehen Sie das Doku­ment PCR Teil A im Anhangs­be­reich und kön­nen die­ses auch herunterladen.

Alle aktu­el­len PCR Teil B‑Dokumente sind eben­falls im EPD-Online Tool mit Down­load­mög­lich­keit hin­ter­legt. Auf die­se kön­nen Sie zugrei­fen, sobald Sie sich im EPD-Online Tool regis­triert haben.

Wel­ches Pro­dukt mit EPD soll ich als Bau­herr für mein Haus ein­set­zen? Kön­nen Sie mir eine Emp­feh­lung geben?2017–01-31T12:20:32+01:00

Bewer­ten­de Aus­sa­gen und Emp­feh­lun­gen über ein­zel­ne Pro­duk­te trifft das IBU prin­zi­pi­ell nicht, denn Bau­pro­duk­te sind in der Regel Halb­fer­tig­pro­duk­te. Ihre Leis­tungs­fä­hig­keit und Umwelt­wir­kun­gen ent­fal­ten Sie erst im Zusam­men­spiel mit ande­ren Pro­duk­ten in einer bestimm­ten Ein­bau­si­tua­ti­on. Es gibt daher kei­ne guten und schlech­ten Bau­pro­duk­te und die Kenn­zah­len der Lebens­zy­klus­ana­ly­se in EPDs sind in der Regel nicht direkt ver­gleich­bar. Die Bewer­tung und das Anstel­len von Ver­glei­chen sind nur auf Gebäu­de­ebe­ne sinn­voll, nicht bei Einzelprodukten!

Ich möch­te Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu einem Pro­dukt mit einer EPD vom IBU. An wen kann ich mich wen­den?2017–01-31T12:24:20+01:00

Um her­stel­ler­be­zo­ge­ne Daten auch über die kon­kre­ten Inhal­te der EPD zu erhal­ten, wen­den Sie sich bit­te direkt an den Dekla­ra­ti­ons­in­ha­ber. All­ge­mei­ne Kon­takt­da­ten des Dekla­ra­ti­ons­in­ha­bers und somit Ver­ant­wort­li­chen für die Inhal­te der EPD fin­den Sie auf der jeweils letz­ten Sei­te des EPD-Doku­­ments. Außer­dem fin­den Sie kon­kre­te Ansprech­part­ner unse­rer Mit­glie­der auf der IBU-Web­­sei­­te in den jewei­li­gen Steckbriefen.

Wo liegt der Unter­schied zwi­schen Zer­ti­fi­zie­rung und Veri­fi­zie­rung und war­um sind EPDs kei­ne Zer­ti­fi­ka­te?2017–01-31T12:30:42+01:00

Als Zer­ti­fi­ka­te für Pro­duk­te wer­den Güte­sie­gel‚ Güte­zei­chen oder Qua­li­täts­sie­gel bezeich­net, also gra­fi­sche oder schrift­li­che Pro­dukt­kenn­zeich­nun­gen die eine Aus­sa­ge über die Qua­li­tät eines Pro­duk­tes tref­fen, bei­spiels­wei­se über ein­ge­hal­te­ne Sicher­heits­kri­te­ri­en oder Inhalts­stof­fe. Zer­ti­fi­ka­te bewer­ten also ein Pro­dukt. Das tut die EPD nicht, denn sie lie­fert quan­ti­ta­ti­ve Aus­sa­gen über die Eigen­schaf­ten und Umwelt­wir­kun­gen des Pro­duk­tes und macht die­se trans­pa­rent ohne wer­ten­de Aus­sa­gen zu treffen.

Die­ser Unter­schied zu klas­si­schen Öko­la­beln, Zer­ti­fi­ka­ten oder Güte­zei­chen ist bei EPDs bewusst nor­ma­tiv gere­gelt, da hier eine Öko­bi­lanz mit einer Viel­zahl von Indi­ka­to­ren aus­ge­wie­sen wird, die nicht in einer ein­zi­gen bewer­ten Aus­sa­ge zusam­men­ge­fasst wer­den kön­nen. Das Pro­dukt wird durch eine EPD nicht hin­sicht­lich einer kon­kre­ten Eigen­schaft wie einen Inhalts­stoff oder eine Emis­si­on geprüft, wie es z.B. in Labo­ren der Fall ist. Die Veri­fi­zie­rung prüft viel­mehr, ob die Anga­ben, die der Her­stel­ler in sei­ner EPD macht, den gül­ti­gen Nor­men und Regeln ent­spre­chen, plau­si­bel und voll­stän­dig sind.

Wie erhal­te ich aktu­el­le Infor­ma­tio­nen vom IBU?2017–09-01T13:06:28+02:00

Um aktu­el­le Infor­ma­tio­nen über das IBU zu erhal­ten, abon­nie­ren Sie den IBU-New­s­­le­t­­ter und fol­gen Sie uns auf Twit­ter.

Wie wird eine EPD erstellt?2017–01-31T12:51:49+01:00

Der Erstel­lungs­pro­zess der EPD kann in drei Schrit­te unter­teilt werden:

Schritt 1: Erar­bei­tung von Produkt-Kategorieregeln

Die Grund­la­ge einer EPD ist das Anlei­tungs­do­ku­ment (PCR – Pro­duct Cate­go­ry Rules), das aus zwei Tei­len besteht. Der für alle Pro­dukt­un­ter­grup­pen ein­heit­lich gel­ten­de Teil A wird vom Sach­ver­stän­di­gen­rat (SVR) erstellt und gepflegt. Er ent­hält Rechen­re­geln für die Öko­bi­lanz und Anfor­de­run­gen an den zugrun­de­lie­gen­den Hintergrundbericht.

Der für die spe­zi­fi­schen Pro­dukt­un­ter­grup­pen erstell­te Teil B beschreibt die Anfor­de­run­gen an die Inhal­te der jewei­li­gen EPD. Vom IBU mode­rier­te Arbeits­grup­pen defi­nie­ren die jewei­li­ge Pro­dukt­un­ter­grup­pe, die ähn­li­che Eigen­schaf­ten und Funk­tio­na­li­tä­ten auf­weist. Sie legen die zu dekla­rie­ren­den bau­tech­ni­schen Anga­ben und zusätz­li­che umwelt- und gesund­heits­be­zo­ge­ne Nach­wei­se fest. So erar­bei­ten IBU-Mit­­­glie­­der gemein­sam mit exter­nen Exper­ten einen Ent­wurf des neu­en PCR-Anlei­­tungs­­­tex­­tes Teil B.

Der SVR prüft den Ent­wurf auf Kon­sis­tenz zwi­schen den Pro­dukt­grup­pen und auf Voll­stän­dig­keit. Danach hat die Inter­es­sier­te Öffent­lich­keit die Mög­lich­keit, den Ent­wurf in einem Online-Forum zu dis­ku­tie­ren und Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge ein­zu­brin­gen, bevor der SVR das Doku­ment freigibt.

Schritt 2: EPD-Erstellung

Im zwei­ten Schritt wird die EPD auf Grund­la­ge der Vor­ga­ben des PCR-Anlei­­tungs­­­tex­­tes Teil B erstellt. Damit die Ergeb­nis­se der Öko­bi­lanz über­prüft wer­den kön­nen, muss zusätz­lich ein soge­nann­ter Hin­ter­grund­be­richt auf Grund­la­ge des PCR Teil A ange­fer­tigt wer­den. Dar­aus gehen das zugrun­de­lie­gen­de Öko­bi­lanz­mo­dell sowie die getrof­fe­nen Annah­men und Allo­ka­ti­ons­me­tho­den her­vor. Für die Anfer­ti­gung des EPD-Doku­­ments selbst steht ein leicht bedien­ba­res, Web-basier­­tes Online Tool zur Ver­fü­gung, auf das alle Betei­lig­ten zugrei­fen können.

Schritt 3: Unab­hän­gi­ge Prü­fung und Bestätigung

Im drit­ten Schritt prü­fen die vom SVR beru­fe­nen Verifizierer/innen als unab­hän­gi­ge Drit­te die EPD und den Hin­ter­grund­be­richt nach den Grund­sät­zen der ISO 14025 und EN 15804. Nach Prü­fung auf Voll­stän­dig­keit, Plau­si­bi­li­tät und Kon­sis­tenz der Berech­nun­gen und Anga­ben wird ein Veri­fi­zie­rungs­be­richt verfasst.

Im Anschluss wird die EPD vom IBU ver­öf­fent­licht. Eine EPD ist 5 Jah­re gültig.

Was kos­tet eine EPD?2017–08-07T10:44:40+02:00

Die Kos­ten für die Prü­fung und Ver­öf­fent­li­chung der EPD im IBU und die dazu not­wen­di­ge Mit­glied­schaft beim IBU fin­den Sie in der Bei­trags­ord­nung.

Die Kos­ten der Mit­glied­schaft sind gestaf­felt in Bei­trags­grup­pen und rich­ten sich nach dem Gesamt­um­satz des Mit­glieds. Die Kos­ten für eine EPD unter­tei­len sich in zwei Tei­le: 1. die ein­ma­li­gen Kos­ten für Veri­fi­ka­ti­on und Bear­bei­tung  (pau­schal 2.000€ je EPD), und die jähr­li­chen Zei­chen­ge­büh­ren, gestaf­felt nach Anzahl der EPDs (960 € bis 120 €).

Ich möch­te die EPD in einer wei­te­ren Spra­che ver­öf­fent­li­chen, was muss ich tun?2017–01-31T12:57:10+01:00

Um die EPD nicht erneut berech­nen und veri­fi­zie­ren zu müs­sen, ist es mög­lich, eine über­setz­te Ver­si­on über das IBU zu ver­öf­fent­li­chen. Dazu benö­ti­gen Sie eine beglau­big­te Über­set­zung. Durch die For­de­rung nach einer Beglau­bi­gung stellt das IBU sicher, dass die Inhal­te von Ori­­gi­­nal-EPD und Über­set­zung iden­tisch sind und nicht etwa werb­li­che Aus­sa­gen oder geän­der­te Daten einfließen.

Den Über­set­zer kön­nen Sie frei wäh­len unter der Bedin­gung, dass die­ser nota­ri­ell dazu berech­tigt ist, Beglau­bi­gun­gen aus­zu­stel­len. Die IBU-Geschäfts­­stel­­le kann Ihnen bei Bedarf den Kon­takt zu einer mit EPD-Über­­­se­t­­zun­­­gen erfah­re­nen Agen­tur nennen.

Unab­hän­gig davon, für wel­chen Über­set­zer Sie sich ent­schei­den, sind die über­setz­ten Inhal­te der EPD bei Deutsch-Eng­­lisch- und Eng­­lisch-Deutsch-Über­­­se­t­­zun­­­gen in das EPD-Online Tool zu über­tra­gen, bevor das IBU sie ver­öf­fent­licht. Dazu kann die Geschäfts­stel­le eine Daten­­satz-Kopie ins oder vom Eng­li­schen anle­gen, sodass Ihre Inhal­te und ins­be­son­de­re Tabel­len bereits vor­han­den sind. Die über­setz­ten Tex­te (und ggf. Gra­fi­ken) kön­nen Sie dann aus­tau­schen. Als Anhang fügen Sie die Beglau­bi­gung (die Titel­sei­te der Über­set­zung mit Beglau­bi­gungs­stem­pel als Scan) an, mit der Sie garan­tie­ren, dass die über­setz­ten Inhal­te aus Ori­­gi­­nal-EPD ohne Ände­run­gen über­nom­men wurden.

Woher bekom­me ich die Öko­bi­lanz und Daten für die EPD?2018–04-30T10:08:19+02:00

Die not­wen­di­gen Daten für die EPD zu sam­meln, die Öko­bi­lanz zu berech­nen und die EPD nor­men­kon­form zu erstel­len, ist Auf­ga­be des Her­stel­lers. In der Regel beauf­tragt das Her­stel­ler­un­ter­neh­men dazu einen erfah­re­nen Öko­bi­lanz­dienst­leis­ter, der bei der EPD-Erstel­­lung unter­stützt, sofern das dazu­ge­hö­ri­ge Know­how nicht im eige­nen Unter­neh­men vor­han­den ist. Eine Lis­te von Unter­neh­men und Exper­ten, die der­ar­ti­ge Pro­jek­te für EPDs beim IBU bereits erfolg­reich über­nom­men haben, fin­den Sie in unse­rer Netz­werk­lis­te im Punkt 2 Ökobilanzierer.

Wie lan­ge dau­ert es, ein EPD zu erstel­len?2017–01-31T13:03:46+01:00

Der Erstel­lungs­pro­zess für eine EPD dau­ert in der Regel meh­re­re Mona­te. Ins­be­son­de­re die Daten­samm­lung und Berech­nung der Öko­bi­lanz sind zeit­auf­wän­dig. Die Veri­fi­zie­rung der EPD-Daten über das IBU durch die unab­hän­gi­gen Prü­fer ist fall­spe­zi­fisch sehr unter­schied­lich. Je nach­dem, wie gut die Qua­li­tät der EPD ist, wie schnell der EPD-Erstel­­ler not­wen­di­ge Kor­rek­tu­ren nach Rück­mel­dung des Prü­fers vor­nimmt und wie vie­le EPDs der­zeit zu prü­fen sind, dau­ert der Pro­zess im Nor­mal­fall meh­re­re Wochen. Hin­zu kom­men eine vor­ge­schal­te­te redak­tio­nel­le Vor­prü­fung, deren Ergeb­nis i.d.R. inner­halb einer Woche vor­liegt sowie die Prü­fung & Frei­ga­be durch den IBU-Prä­­si­­den­­ten nach erfolg­rei­cher Veri­fi­zie­rung (ca. 2 Wochen).

Wie ist die Struk­tur vom IBU?2017–01-31T13:08:54+01:00

Das IBU ist eine Initia­ti­ve von Bau­pro­duk­t­her­stel­lern, die als ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein agiert. Ver­eins­mit­glie­der sind ca. 180 Her­stel­ler­un­ter­neh­men und –ver­bän­de aus der Bau­stoff­in­dus­trie aus dem In- und Aus­land, die sich für Nach­hal­ti­ges Bau­en einsetzen.

Aus der Mit­glie­der­ver­samm­lung wird ein Vor­stand mit 13 Per­so­nen gewählt, mit dem Vor­stands­vor­sit­zen­den an der Spit­ze. Außer­dem ver­tritt ein gewähl­ter Prä­si­dent das IBU in der Öffent­lich­keit und stra­te­gi­schen Aufgaben.

Der Sach­ver­stän­di­gen­rat (SVR) stellt die obers­te fach­li­che Instanz für die Arbeit des IBU dar. Zehn Exper­ten Wis­sen­schaft und Nor­mung, Bau- und Umwelt­be­hör­den sowie Natur­schutz­ver­bän­den wir­ken ehren­amt­lich dar­an mit, die Norm­kon­for­mi­tät zu über­wa­chen und die Qua­li­tät des Veri­fi­zie­rungs­ver­fah­rens im IBU-EPD-Pro­­­gramm sicherzustellen.

Das IBU lässt die EPDs durch unab­hän­gi­ge Drit­te prü­fen. Die­se als Verifizierer/innen vom SVR beru­fe­nen Exper­ten aus Wis­sen­schaft und Nor­mung, aus Prüf- und Zer­ti­fi­zie­rungs­ein­rich­tun­gen und ver­fü­gen über umfas­sen­de Produkt‑, Metho­­den- und Nor­mungs­kennt­nis­se. Bevor sie vom SVR zuge­las­sen wer­den, durch­lau­fen Sie eine Super­vi­si­ons­pha­se, in der sie bei ihrer prak­ti­schen Arbeit von erfah­re­nen Veri­fi­zie­rern bzw. Veri­fi­zie­re­rin­nen beglei­tet wer­den. Zudem ver­pflich­ten sie sich zu kon­ti­nu­ier­li­cher Wei­ter­bil­dung im Rah­men des IBU-Programms.