Nicht jede Produktvariante benötigt automatisch eine eigene EPD. Entscheidend sind der deklarierte Umfang, die zugrunde liegenden Daten und die Regeln für Ihre Produktgruppe.
Einzelprodukt, mehrere Werke oder Produktgruppe
Eine spezifische EPD kann ein bestimmtes Produkt aus einem oder mehreren Werken abbilden. Eine Durchschnitts-EPD beschreibt ein entsprechend abgegrenztes durchschnittliches Produkt. Die Wahl muss zur tatsächlichen Datengrundlage passen; eine gemeinsame Handelsbezeichnung allein reicht zur Zusammenfassung nicht aus.
Verbands- und Musterlösungen
Für Herstellergruppen kommen unter anderem Durchschnitts- und Muster-EPDs in Betracht. Bei einer Musterlösung sind Zuordnung und Anwendbarkeit auf das konkrete Produkt zu prüfen. Eine Individualisierung ist ein geregelter Prozess und keine freie Übernahme einer fremden Deklaration.
Zielmärkte früh berücksichtigen
Benennen Sie Länder, Kundenvorgaben und gewünschte Anwendungen vor Beginn der Ökobilanz. Zusätzliche Anforderungen oder Anerkennungsverfahren können weitere Auswertungen notwendig machen. Eine passende Sprache allein belegt noch keine Eignung für jeden Zielmarkt.
Die Auswahl vorbereiten
Erstellen Sie eine Übersicht mit Produktnamen, Zusammensetzung, Varianten, Werken und Produktionsmengen. Markieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Ihr Ökobilanzierer kann damit einen geeigneten Zuschnitt vorschlagen; offene Programmfragen klären Sie mit dem IBU.
Weitere EPD-Ansätze einordnen
Je nach Vorhaben kommen auch projektspezifische EPDs oder Worst-Case-Ansätze für Herstellergruppen in Betracht. Bei Worst-Case-Ansätzen muss fachlich belegt sein, welche Produkte durch die ausgewählte Darstellung abgedeckt werden. Ob eine Kern-EPD oder eine umfangreichere IBU-EPD geeignet ist, richtet sich zusätzlich nach den benötigten Inhalten und Anforderungen. Klären Sie diese Auswahl vor der Datenerhebung.