Aktuelle Beschlüsse des Sachverständigenrats

SVR-Beschlüsse April 2018

Der Sachverständigenrat (SVR) des IBU hat in seiner vergangenen Sitzung im April 2018 den folgenden neuen Beschluss gefasst.

Individualisierung von Muster-EPDs für den Europäischen Chemie Verband

Der SVR ist einstimmig der Meinung, dass es aus fachlicher Sicht keine Gründe gibt, eine Individualisierung von EU-EPDs durch deutsche Firmen nicht zuzulassen. Allerdings empfiehlt der SVR dem IBU eine echte Individualisierung (= individuelle Berechnung) zu fördern und die Kennzeichnung von EPD auf Basis von Muster EPDs zu verbessern. Dadurch könne der Nutzer besser einschätzen, welche EPD er/sie gerade vor sich habe. Ggfs. sollte über die Erweiterung des bestehenden Kategoriesystems nachgedacht werden – hier sind Firmen-EPDs auf Basis von Muster EPDs im Augenblick nicht differenziert.

Beschluss 20180420-j:

Individualisierung von EU-Muster EPDs durch deutsche Firmen wird aus fachlicher Sicht zugelassen.

Alle öffentlichen SVR-Festlegungen hat das IBU publiziert.


SVR-Beschlüsse Januar 2018

Der Sachverständigenrat (SVR) des IBU hat in seiner vergangenen Sitzung im Januar 2018 diese Beschlüsse gefasst.

Aufnahme der EN 16810 in die bestehenden PCR für Bodenbeläge

Die PCR Norm der elastischen, textilen und Laminatbodenindustrie (TC 134) ist 2017 veröffentlicht worden (EN 16180: Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge – Umwelt-Produktdeklarationen – Produktkategorieregel). Das IBU hat die Grundsatzentscheidung, dass c-PCRs in die IBU PCRs übernommen werden.

Aus der EN 16810 werden folgende Regelungen in das IBU System übernommen:

1. Nutzungsdauer

Die Deklaration der Nutzungsdauer von 1 Jahr widerspricht nicht den IBU Regelungen, daher wird dies in die IBU PCR übernommen. Zusätzlich muss folgender Hinweis in der EPD erfolgen: “Je nach Nutzungsbereich basierend auf EN ISO 10874 , der vom Hersteller empfohlenen technischen Lebensdauer und der erwartbaren Beanspruchung des Bodens durch den Kunden kann fallspezifisch die Nutzungsdauer ermittelt werden. Die Auswirkungen des Moduls B2 müssen anhand dieser Nutzungsdauer errechnet werden, um die umweltbezogenen Gesamtauswirkungen zu ergeben.”

2. Ausweisung des biogenen Kohlenstoffs

Ausweisung biogenen Kohlenstoffs während des Lebensweges 1:

  • Regeln wie im PCR Teil A und
  • Regeln der EN 16485:2014 Rund- und Schnittholz – Umweltproduktdeklarationen – Produktkategorieregeln für Holz und Holzwerkstoffe im Bauwesen
  • Der Ressourcenaspekt von Holz ist über die materialinhärenten Eigenschaften als Ressourcenentnahme von CO2 aus der Atmosphäre und dem unteren Heizwert als Verbrauch erneuerbarer Energieträger zu bilanzieren.

Ausweisung biogenen Kohlenstoffs während des Lebensweges 2:

  • Bei Sekundärmaterial(Altholz) wird das gebundene CO2 auf der Inputseite mit dem entsprechenden negativen GWP berücksichtigt;
  • Analog wird bei Altholz, das rezykliert wird bzw. als Sekundärbrennstoff das zu bilanzierende Produktsystem verlässt, das in den zu rezyklierenden Holzfasern gebundene CO2 auf der Outputseite mit dem entsprechenden positiven GWP berücksichtigt.
  • Wird biogenes CO2 in den Module A1-A3 als Teil des GWP bilanziert, so muss zwingend das Modul deklariert werden, in dem das im Produkt oder in der Verpackung gebundene CO2 freigesetzt wird oder über Recycling bzw. als Sekundärbrennstoff den Bilanzraum verlässt.

Ausweisung biogenen Kohlenstoffs während des Lebensweges 3:

  • Die Menge an biogenem Kohlenstoff, der im biologischen Stoff bzw. in der Verpackung enthalten ist, muss in demjenigen Modul deklariert werden, in dem der gespeicherte biogene Kohlenstoff als Teil des GWP verrechnet ist.
  • der Energiegehalt (Hu) wird als Verbrauch von „Einsatz von erneuerbaren Sekundärbrennstoffen“ bzw. als „Einsatz von Sekundärstoffen“ bilanziert.

 

Aus der EN 16810 wird folgender Regelungen nicht übernommen:
Die EN 16810 lässt die Deklaration von Toxizitätsindikatoren in der EPD zu. Dazu liegt dem IBU ein Antrag des ERFMI vor, diese in eine IBU EPD zu integrieren. Herr Dr. Lehmann schlägt vor, vor dem Hintergrund der Integration der ISO 21930 in die IBU Programmregeln, die Entscheidung über den Antrag von ERFMI zu vertagen und dies entsprechend an ERFMI zu kommunizieren.

Die EPDs für elastischen, textilen und Laminatböden werden zusätzlich wird die EN 16810 als Referenz in der EPD genannt.

Beschluss-Nr. 20180124-e:

Aufnahme der EN 16810 in die bestehenden PCR für Bodenbeläge für die Themen: Nutzungsdauer und Ausweisung des biogenen Kohlenstoffs und Ausweisung der EN 16810 auf dem Deckblatt der EPD für Bodenbeläge.


SVR-Beschlüsse Oktober 2017

Der Sachverständigenrat (SVR) des IBU hat in seiner vergangenen Sitzung im Oktober 2017 diese Beschlüsse gefasst.

Beschluss-Nr. 20171027-d: Die PCR „Kabelträgersysteme für elektrische Installationen“ wird Umbenannt und der Geltungsbereich erweitert auf PCR Teil B: Kabelträger- und Kabelkanäle für elektronische Installationen

PCR Teil B: für Beschichtungen mit organischen Bindemitteln (Nachgang Umlaufverfahren)

Zur PCR Teil B gibt es folgende Anmerkungen des SVRs:

– Der Geltungsbereich in der bestehenden PCR „Tafeln und Platten aus Kunststoff“ soll für Innenanwendungen geändert werden.

– Eine neue PCR ist unter Kunststoffe für Außenanwendungen zu veröffentlichen.

Beschluss-Nr. 20171027-f: Nach Einarbeitung der Änderungen können die PCR veröffentlicht werden.

Beschluss-Nr. 20171027-h: Offene Fragen aus dem Verifizierermeeting (Wiedervorlage aus 44. Sitzung) sind geklärt.

Regelung zu Verbands- und Muster EPDs (Aufgabe Nr. 20170712-12: Herr Dr. Werner)

Das Thema Repräsentativität und Individualisierung wird besprochen.

Es gibt 2 Stufen der Individualisierung:

  1. Nur das Deckblatt und ggf. Anhänge werden geändert, der Deklarationsinhaber wird nicht verändert. Möglich z.B. für Marketingzwecke. Verbandslogo bleibt auf Deckblatt – werden nicht digitalisiert, nur PDF wird erstellt
  2. Wenn die Individualisierung weitergehend erfolgen soll, namentlich, wenn der Hersteller Deklarationsinhaber werden will, so ist dem SVR ein Vorgehen wie für Muster-EPDs vorzustellen.

Zur Repräsentativität:

– In den PCR Teil B werden neue Texte eingefügt in den Kap. 3.1 Deklarierte Einheit und 3.6 Datenqualität sowie im Gültigkeitsbereich.

Beschluss-Nr. 20171027-i:

Der Vorschlag wird vom SVR angenommen, die erforderlichen Änderungen in den IBU Regeldokumenten umgesetzt.

 


SVR-Beschlüsse Juli 2017

Der Sachverständigenrat (SVR) des IBU hat in seiner vergangenen Sitzung im Juli 2017 diese Beschlüsse gefasst.

Die Geltungsbereiche für folgende PCRs wurden erweitert:

PCR Teil B: Beschichtungen mit organischen Bindemitteln:

  • Die Beschichtungsprodukte können als Dispersionen, Emulsionen, Lösungen, Pulvergemische oder als vorgeformte, getrocknete Elemente zur Belegung von Oberflächen

PCR Teil B: Bade- und Duschwannen aus Stahl-Email oder Acryl

  • Das Dokument gilt für: Badewannen, Duschwannen, Waschbecken und Waschtische aus Verbundwerkstoffen, wie Stahl-Email, Acryl und Mineralguss
  • Umbenennung in: Sanitärprodukte aus Verbundwerkstoffen

Weitere Beschlüsse des SVRs aus der letzten Sitzung:

Beschluss-Nr. 20170712-h: Die Umbenennung des Indikators ADP wird in den PCRs umgesetzt.

Beschluss-Nr. 20170712-i: Die Anforderung für das Kapitel Produktdefinition wird in den PCRs geändert.

Beschluss Nr. 20170712-k: Software-Tools müssen in der ersten EPD immer den größten Scope deklarieren (Wenn das Tool A1-C4+D inkl. Szenarien rechnen kann, muss die erste EPD aus dem Tool auch alle diese Fälle abbilden).

Beschluss Nr. 20170712-l: Software-Tools verpflichten, dass alle EPDs als XML-Datei (im ILCD+EPD Format) geliefert werden, um in IBU.data veröffentlicht werden zu können. Ausnahme besteht bei System II Tools, hier genügt es, wenn ein Referenzprodukt, das dem SVR im Rahmen der Toolfreigabe vorgestellt wird, als XML-Datei zur Verfügung steht (Der Hersteller macht Vorschläge für die Referenzprodukte).

Beschluss Nr. 20170712-n: Die Module B3, B4 und B5 sind nur auf Gebäudeebene relevant und werden als MNR im IBU System gekennzeichnet. (Sie können weiterhin bei Bedarf deklariert werden).

Beschluss Nr. 20170712-o: In Modul B2 werden die Aufwände zur Instandsetzung, Reparatur usw. über die Nutzungsdauer des Produkts im IBU Programm deklariert. Dieser Beschluss gilt bis auf Widerruf durch die ECO Platform.

 

2018-05-07T15:20:06+00:00 30.04.2018|