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Nachhaltigkeit 2017-04-19T12:08:30+00:00

Geschichte & Prinzip der Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit“ als Begriff und Konzept des verantwortungsbewussten Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen geht auf den sächsischen Berghauptmann Hans Carl von Carlowitz zurück. In seinem 1713 erschienenen forstwirtschaftlichen Werk „Sylvicultura oeconomica“ formulierte Carlowitz erstmals das Prinzip der Nachhaltigkeit zur langfristigen Sicherung des Holzbedarfs. Sein Leitgedanke: Nur so viel Holz zu entnehmen wie auch nachwachsen kann, sodass dauerhaft ausreichend Holz zur Verfügung steht.

Im 20. Jahrhundert markierte die Studie zu den “Grenzen des Wachstums” vom Club of Rome (u.a. Dennis Meadows) 1972 einen wichtigen Meilenstein für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der globalen Entwicklung bezogen auf Herausforderungen wie beispielsweise Bevölkerungswachstum Ressourcen- und Nahrungsmittelverknappung oder Umweltzerstörung.

Die grundlegende Definition zur Nachhaltigen Entwicklung wurde 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (World Commission on Environment and Development (WCED)) der UN im Zukunftsbericht „Our Common Future“ (Unsere gemeinsame Zukunft“) etabliert. Der auch als „Brundtland-Bericht“ liefert als Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung:

“Eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“Drei Säulen der Nachhaltigkeit

Mit dem Brundtlandt-Bericht und der 1992 folgenden UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (auch als Erdgipfel oder Rio-Konferenz bekannt) verankerte sich diese Definition zur Nachhaltigkeit, bei der soziale, ökologische und ökonomische Ziele gleichrangig angestrebt werden, als Fundament für folgen de globale politische Strategien. Wichtige Ergebnisse der Rio-Konferenz sind unter anderem die Agenda 21 als Leitpapier zur Nachhaltigen Entwicklung und die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC).

Der Ansatz der Gleichwertigkeit und Gleichzeitigkeit von Ökologie, Ökonomie und Sozialem wurde als Drei-Säulen-Modell u.a. von der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages 1998 weiter festgeschrieben.

 

Globale Ziele

Die Agenda 21 gibt detaillierte Handlungsaufträge, um einer Verschlechterung der Situation für Mensch und Umwelt entgegenzuwirken und eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sicherzustellen. Mit der Agenda 21 wurden in erster Linie die Regierungen der einzelnen Staaten in die Pflicht genommen, nationale Umweltpläne unter Beteiligung von Kommunen, regierungsunabhängigen Organisationen und Institutionen umzusetzen. Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen sieht vor, die Treibhausgasbelastung zu reduzieren und eine gefährliche Störung des Weltklimas zu verhindern.

Die UN hat im September 2015 auf dem UN-Gipfel in New York die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Dieser Weltzukunftsvertrag umfasst 17 globale Entwicklungsziele, die auf den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – aufbauen. Die Agenda 2030 gilt seit Januar 2016.

Im Rahmen der Europapolitik zur Wachstumsförderung und Arbeitsmarktbelebung wurde die Strategie Europa 2020 etabliert, die auf ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum angelegt ist. Eine ihrer sieben Leitinitiativen ist das „Ressourcenschonende Europa“. Bei der Verwirklichung langfristiger Ziele, wie zum Beispiel bis 2050 die Treibhausgase um 80 bis 95 % (im Verhältnis zu 1990) zu verringern, spielt die Bauwirtschaft eine wesentliche Rolle.