Bericht vom Methodikseminar für Ökobilanzierer

Themenschwerpunkte: IBU Programmregeln, LCI-Datensätze, Datenqualität und Stand der Normung für EPDs

Vor dem Hintergrund der weiterentwickelten Programmregeln für EPDs und um eine möglichst reibungslose und qualitativ hochwertige Verifizierung der Umwelt-Produktdeklarationen beim IBU sicherzustellen, veranstaltete das Institut Bauen und Umwelt im Oktober 2017 seine zweite Schulung für Ökobilanzexperten und EPD-Ersteller.

Methodik-SchulungIn seiner Begrüßung berichtete  IBU-Geschäftsführer Dr. Burkhart Lehmann von den neuen Entwicklungen und aktuellen Strukturen im IBU, ergänzt durch eine Vorstellung der seit Juni 2017 existierenden EPD-Plattform für digitale EPDs – IBU.data durch IBU-Mitarbeiter Stefan Zwerenz.

Im Vormittagsprogramm stand das für alle EPDs übergeordnet gültige PCR-Teil A-Dokument, den spezifischen Rechenregeln für die Ökobilanz und Anforderungen an den Projektbericht im IBU-Programm  im Fokus. Die Vorsitzende der IBU-Verifizierer und langjähriges Mitglied des Sachverständigenrats (SVR), Frau Dr. Eva Schmincke präsentierte die wesentlichen Kerninhalte der aktuell gültigen PCR-Teil A und stellte zudem die ergänzenden Beschlüsse des Sachverständigenrates vor, die für Ökobilanzierer von Relevanz sind. Dazu gab es ausreichend Gelegenheit für die Workshop-Teilnehmer, ihre Fragen und Diskussionspunkte mit den Experten zu klären.

Zum Expertenkreis des Seminars zählten neben  Frau  Dr. Schmincke, die zusätzlich Convenerin der Arbeitsgruppe 3 im CEN/TC 350 (zuständig ist für die EN 15804), ist, Angela Schindler als langjährig erfahrene Ökobilanzexpertin und Verifiziererin des IBU.

Angela Schindler ging in ihrem Vortrag zu Beginn des Nachmittagsprogramms darauf ein, welche Bedeutung die Auswahl von Hintergrund-Datensätzen (Life Cycle Inventory Data- LCI)für die Ökobilanzierung und EPD-Erstellung hat und wo wesentliche Kriterien für die Datenqualität liegen. Ihr Fazit: Die Auswahl geeigneter LCI-Datensätze für ein Ökobilanzmodell erfordert neben sorgfältiger Recherche, auch methodisches Knowhow, die Einsicht von Hintergrundinformationen und vor allem Erfahrung.

Im Anschluss berichtete Dr. Eva Schmincke vom aktuellen Stand der Normungsaktivitäten des Amendment Mandates der EC M/350 zur Angleichung der EN 15804 an die PEF-Methodik sowie zum Status der internationalen EPD-Norm ISO 21930.

Die Teilnehmer, die sich sowohl aus dem Bereich Baustoffhersteller wie auch aus Ökobilanzexperten zusammensetzen, begrüßten die Möglichkeit durch die Schulungsreihe des IBU auf aktuellem Stand zu bleiben und durch gezielte Rückfragen Details klären zu können. Gleichzeitig begrüßten sie die Möglichkeiten des persönlichen und fachlichen Austauschs untereinander und mit den IBU-Experten. Aufgrund des positiven Feedbacks kündigte die Geschäftsstelle des IBU die Seminarreihe fortzusetzen.

2017-11-16T15:43:20+00:00 16.11.2017|