Heimtextil: IBU übergibt EPD für Tapeten an VDT

Erste EPD für Tapeten übergeben

Die weltweit ersten Umwelt-Produktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) für Vlies- und Papiertapeten wurden auf der Heimtextil in Frankfurt am Main von Hans Peters, dem Vorstandsvorsitzenden des Institut Bauen und Umwelt e.V. aus Berlin (IBU), an den Verband der Deutschen Tapetenindustrie e.V. (VDT) überreicht.

EPD-Übergabe für Tapeten an den VDT

Bei der Übergabe: Matthias Brinkert, Paul Fender, Detlef Stoltefaut, Ullrich Eitel (alle VDT), Hans Peters (IBU), Karsten Brandt, Rainer Diekmann und André Weghorst (alle VDT) (v.l.n.r.)
Foto: VDT

Mit EPD möchten sich der Verband und seine Mitglieder im Bereich der nationalen sowie internationalen Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden, den sog. Green Building Zertifizierungssystemen positionieren. Mit der Offenlegung der Umweltwirkungen von Tapeten möchte die Branche aufzeigen, dass Tapeten eine sehr gute Umweltleistung besitzen und Zertifizierungsvorhaben in den höheren Auszeichnungsklassen unterstützen. Die Deklarationen des Verbands sind voraussichtlich Ende Januar sowohl über den Verband als auch das IBU verfügbar.

Die Arbeit an den Deklarationen zog sich insgesamt fast zwölf Monate hin. Zunächst wurde die erste und damit europaweit allgemeingültige PCR (Product Category Rule) für Wandbekleidungen erarbeitet, die für künftig in Europa zu erstellende EPDs die Regeln und Definitionen festlegt. Anschließend wurden anhand von konkreten Zahlen die Umweltauswirkungen von Tapeten errechnet: Dabei wurde der Input von Rohmaterialien, Energie, Wasser etc. sowie der Output bis hin zum Recycling der Produkte einbezogen. Umfangreiches Datenmaterial der Hersteller Marburger Tapetenfabrik, Gebr. Rasch Tapetenfabrik und Pickhardt + Siebert wurde analysiert und verarbeitet. Mittels einer Durchschnittsbildung wurden vier EPDs erstellt: jeweils eine für Papier- und Vliestapeten mit und ohne Vinylbeschichtung. Wegen der Durchschnittsbildung bei den Verbrauchswerten können die EPDs von allen VDT-Mitgliedern genutzt werden. Die Tapetenhersteller erhoffen sich neben Erkenntnissen über Verbesserungsmöglichkeiten in den Umweltauswirkungen ihrer Produkte auch bessere Vermarktungschancen vor allem im Objektbereich, in welchem Architekten und Planer vermehrt auf EPDs achten. (Quelle: VDT – Verband der Deutschen Tapetenindustrie e.V., 2017)

2017-04-12T14:26:39+00:00 12.01.2017|